Wärmepumpen gelten als Neubau-Heizung. Doch mit dem richtigen Konzept funktionieren sie auch im sanierten Altbau hervorragend. Über 60 % der Wohngebäude in Deutschland sind Bestandsbauten – hier muss die Energiewende stattfinden.
Voraussetzungen für den Altbau
- Vorlauftemperatur möglichst < 55 °C bei -10 °C Außentemperatur
- Heizflächen ausreichend dimensioniert (Heizkörper oder FBH)
- Mindest-Dämmstandard: Fenster mit U-Wert < 1,3, oberste Geschossdecke gedämmt
- Hydraulischer Abgleich nach Verfahren B
Erst checken, dann installieren
Wir prüfen vor jeder Wärmepumpen-Installation, ob das Gebäude geeignet ist. Per Heizlast-Berechnung nach DIN EN 12831 ermitteln wir die nötige Vorlauftemperatur. Bei > 55 °C empfehlen wir vorher eine Sanierung der schwächsten Bauteile.
Hochtemperatur-Wärmepumpen
Moderne Geräte wie Daikin Altherma 3 H HT oder Mitsubishi Ecodan EHST erreichen 70 °C Vorlauftemperatur und funktionieren auch mit alten Heizkörpern – allerdings mit etwas niedrigerer JAZ (3,0 statt 4,0).
Heizkörper anpassen
Tauschen Sie die kleinsten Heizkörper gegen Typ-22 oder Typ-33 Niedertemperatur-Modelle. Diese Investition senkt die Vorlauftemperatur um 5–10 °C und steigert die Effizienz spürbar.
Hybrid-Lösung als Übergang
Wenn die Komplettsanierung zu groß ist: Wärmepumpe mit bestehender Gasheizung kombinieren. Die Wärmepumpe übernimmt 70–80 %, Gas nur die kältesten Spitzen.
Praxisbeispiel
Reihenhaus Baujahr 1985, 130 m². Heizlast 8 kW, Vorlauf 50 °C. Eingebaute Daikin Altherma 3 H MT 6 kW. JAZ 3,4 im ersten Jahr. Die Heizkosten konnten gegenüber der vorherigen Gasheizung deutlich gesenkt werden – insbesondere durch den hohen Anteil an eigenem PV-Strom.