Die klassische Südausrichtung war lange das Maß aller Dinge – heute lohnt sich der Blick auf andere Richtungen, besonders bei selbstgenutztem Strom. Wir zeigen, wann welche Ausrichtung wirtschaftlich am besten ist.
Südausrichtung – der Klassiker
Maximaler Jahresertrag (100 % Referenz, ca. 1.000 kWh/kWp/Jahr). Produktionsspitze mittags zwischen 12 und 14 Uhr. Ideal mit Stromspeicher, damit Sie den Mittagsstrom auch abends nutzen können.
Ost-West-Ausrichtung
Ca. 85–90 % des Südertrags – aber Produktion verteilt sich auf Vormittag und Nachmittag. Das passt besser zum typischen Haushalts-Verbrauch und ermöglicht 50 % Eigenverbrauch auch ohne Speicher.
Nordausrichtung
Mit modernen Hochleistungs-Modulen noch 60–70 % Ertrag möglich. Sinnvoll bei Neubauten in BW, wo die Solarpflicht 60 % Dachbelegung verlangt und keine Süddächer verfügbar sind.
Optimaler Neigungswinkel
30–40° gilt als optimal in Deutschland (max. Jahreserträge). Flachdächer mit 10–15° Aufständerung verlieren nur 3–5 %. Steildächer bis 60° verlieren ebenfalls nur ~6 %.
Praxis-Tipp: Splittung von Strings
Bei Walmdächern oder kombinierten Ausrichtungen splitten wir die Anlage auf 2 MPP-Tracker. So liefert jede Dachseite optimal – ohne dass das schwächere String das stärkere ausbremst.
Bifaziale Module bei Ost-West
Bifaziale Glas-Glas-Module nutzen reflektiertes Licht von der Rückseite. Bei Ost-West-Flachdach-Anlagen mit hellem Belag bringen sie 10–15 % Mehrertrag.
Fazit
Mit Stromspeicher ist Süd weiterhin optimal. Ohne Speicher und mit tagaktivem Verbrauch (Homeoffice, Wärmepumpe, Wallbox) lohnt sich Ost-West oft mehr. Wir simulieren beide Varianten mit PV*SOL für Ihr Dach.