Kältemittelflasche mit Kennzeichnung

Klassische Kältemittel wie R410A oder R134a haben extrem hohe Treibhausgaspotenziale (GWP). Die EU drängt mit der F-Gas-Verordnung auf natürliche Alternativen. Was bedeutet das für Verbraucher?

F-Gas-Verordnung 2024

Die neue EU-Verordnung (EU) 2024/573 verschärft die Reduktionsziele drastisch. Bis 2050 müssen die Emissionen fluorierter Treibhausgase um 95 % sinken. Ab 2027 ist R410A in neuen Single-Split-Klimaanlagen verboten.

R290 (Propan) – der Aufsteiger

Sehr niedriges GWP von nur 3 (gegenüber R410A mit 2.088). Brennbar, deshalb Sicherheitsabstände erforderlich (typisch 1 m zu Fenstern und Lichtschächten). Hervorragende Effizienz besonders bei niedrigen Temperaturen – ideal für Wärmepumpen.

Geräte mit R290: Vaillant aroTHERM plus, Stiebel Eltron WPL-A, Wolf CHA Monoblock.

R32

GWP von 675 – deutlich besser als R410A, aber noch nicht „natürlich". Schwer entflammbar (Klasse A2L), weit verbreitet in modernen Klima- und Wärmepumpen. Etwas weniger effizient als R290, aber einfacher zu handhaben.

Geräte mit R32: Daikin Perfera, Mitsubishi MSZ-LN, fast alle modernen Split-Klimaanlagen.

R744 (CO₂) und R290 für Großanlagen

Bei Großwärmepumpen und Industrieanwendungen setzt sich R744 (CO₂, GWP 1) durch. Ideal für Hochtemperatur-Anwendungen mit über 90 °C Vorlauf.

Was bedeutet das für Sie als Kunde?

  • Bei Neuinstallation auf R32 oder R290 setzen – zukunftssicher
  • R290-Wärmepumpe bringt 5 % BAFA-Effizienzbonus
  • R410A-Anlagen werden bei Wartung und Reparatur perspektivisch aufwendiger
  • Service muss F-Gas-zertifiziert sein

Sicherheit bei R290

R290 ist Propan und damit brennbar. Bei Wärmepumpen wird das Kältemittel in einem hermetisch geschlossenen Kreislauf außen am Haus geführt – Sicherheitsrisiko praktisch null bei fachgerechter Installation.

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