Die Erschließung der Wärmequelle ist der zentrale Planungsaspekt bei Sole-Wasser-Wärmepumpen. Tiefenbohrung oder Flächenkollektor? Wir erklären die Unterschiede – inklusive Genehmigung und Förderung.
Tiefenbohrung (Erdsonde)
Vertikale Bohrungen 80–120 m tief, gefüllt mit einer Sole-Mischung in Doppel-U-Rohren. Die Bohrung erfolgt durch konzessionierte Fachfirmen nach DIN/DVGW.
Vorteile: sehr platzsparend (ca. 5 m² Garten), hohe und konstante Wärmeentzugsleistung
Nachteile: genehmigungspflichtig (Wasserbehörde), höhere Anfangsinvestition
Flächenkollektor
Horizontale Rohrschleifen im Erdreich, ca. 1,5 m tief vergraben. Erfordert ungefähr das 1,5–2-fache der Wohnfläche als Garten.
Vorteile: niedrigere Investition, keine Genehmigung nötig, einfacher zu installieren
Nachteile: braucht viel Garten, Pflanzen über Kollektor wachsen langsamer
Ringgrabenkollektor / Eisspeicher
Alternative für kleinere Gärten: Spiralförmige Verlegung in ca. 2 m tiefem Graben. Platzbedarf rund 50–80 m² Grundfläche – ein guter Kompromiss aus Aufwand und Effizienz.
Genehmigung für Tiefenbohrung
Beantragen Sie die Bohrgenehmigung bei der unteren Wasserbehörde. Voraussetzungen:
- Geologisches Gutachten (oft schon im Bohrunternehmen enthalten)
- Standort nicht in Wasserschutzgebiet
- Mindestabstand zu Nachbargrundstücken
- Konzessionierter Brunnenbohrer (DIN/DVGW)
Bearbeitungszeit: 4–12 Wochen.
Förderung
Sole-Wärmepumpen mit Bohrung erhalten bei BAFA den 5 % Effizienzbonus zusätzlich zu den anderen Förderbausteinen. Die Erschließungskosten sind komplett förderfähig (im Rahmen der 30.000 €-Grenze).
Wirtschaftlichkeit
Trotz höherer Investition rechnet sich die Sole-WP über 20 Jahre meist besser als die Luft-Wasser-WP – durch konstant höhere JAZ (4,5–5,5) und geringere Lärmemissionen.